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Behindertentanz Die Ahrensburgerin Karla Lewerendt (66), deren Tochter Ute (40) unter dem Down Syndrom leidet, begleitet schon seit 1979 Mitarbeiter der Stormarner Werkstätten in die Tanzschule Herde in Hamburg- Wandsbek. Tanzlehrer Walter Herde hatte die Behindertengruppe aus Stormarn in seine Schule eingeladen und mit Teilnehmern seiner eigenen Kurse bekannt gemacht. Heute gehört das Gebäude der Lebenshilfe, die Tanzschule gibt es nicht mehr. Die regelmäßigen Tanzabende für Behinderte und Nichtbehinderte finden dort aber immer noch statt. sul
erschienen am 11. Dez 2002 in Ahrensburg
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Sie haben den Bürgerpreis gewonnen Vier engagierte Stormarner teilen sich die Auszeichnung der Volksbank und der Ahrensburger Zeitung.
Von Alexander Sulanke
Ahrensburg - "Der eine wartet, dass die Zeit sich wandelt, der andere packt sie kräftig an und handelt." So hat es der italienische Dichter Dante Alighieri (1265 bis 1321) formuliert, und so gilt es noch heute. "Sie alle packen kräftig an und handeln für das Gemeinwohl", lobte Gudrun Apel (57) die 51 Kandidaten für den Bürgerpreis der Ahrensburger Zeitung und der Volksbank Stormarn bei der Preisverleihung. "Wir sind beeindruckt von der Vielfalt Ihrer Aktivitäten und von der Kraft, die davon ausgeht", sagte die Großhansdorferin.
Dann gab die Vorsitzende der Synode des Kirchenkreises Stormarn als Sprecherin der Jury im Ahrensburger Park Hotel die Namen der Preisträger bekannt. Die mit insgesamt 3000 Euro dotierte Auszeichnung für herausragendes ehrenamtliches Engagement teilen sich Karla Lewerendt (66) und Hinrich Tramm (64) aus Ahrensburg sowie Cornelia von der Heydt (35) und Brigitte Schwartz (60) aus Bad Oldesloe. Karla Lewerendt leitet eine Tanzgruppe für Behinderte, Hinrich Tramm managt das Jugendsinfonieorchester Ahrensburg, Brigitte Schwartz organisiert Hilfslieferungen für bulgarische Kinder und Senioren und Cornelia von der Heydt macht sich mit ihrem Verein TIK für die kulturelle Belebung der Oldesloer Innenstadt stark.
In der Jury saßen neben Gudrun Apel noch der Oldesloer Klaus Klingner (66, Ehren-Landesvorsitzender des Deutschen Paritätischen Wohlfahrtsverbands und Vorsitzender des ASB Stormarn-Segeberg), der Bargteheider Karl Eduard Claussen (72, Ehrenpräsident des DRK Schleswig-Holstein), Volksbank-Vorstandsmitglied Holger Wrobel (39) und Wolfgang Niemann (52, Redaktionsleiter der Ahrensburger Zeitung). Allen 51 Bürgerpreis-Kandidaten und ihren gemeinnützigen Aktivitäten war jeweils eine Reportage in der Ahrensburger Zeitung gewidmet.
"Diese Serie hat die ganze Bandbreite ehrenamtlichen Engagements lebendig widergespiegelt", sagte Kreispräsidentin Ursula Stielau (56). Sie rief dazu auf, mit Fantasie dazu beizutragen, dass der Geist des Ehrenamtes weiter gefärdert werde. "Sechsmal Bürgerpreis - damit haben Sie eine Tradition begründet. Das können Sie jetzt nicht mehr einstellen", sagte die Kreispräsidentin an die Initiatoren. Sie betonte, dass Stormarn ohne das ehrenamtliche Engagement Ärmer wäre.
Volksbank-Vorstand Holger Wrobel sagte, dass selbstloses Engagement nicht selbstverständlich sei. "Ich hoffe, dass die Aktion noch mehr Menschen dazu bringe, sich für andere einzusetzen."
Preisträgerin Karla Lewerendt war ganz aus dem Häuschen. "Ach, bin ich aufgeregt. Ach, ist das schön", rief sie immer wieder, als sie sich durch die Tischreihen den Weg nach vorn bahnte, um Urkunde und Scheck in Empfang zu nehmen. "Und ich danke natürlich auch allen meinen freiwilligen Helfern", sagte sie.
Für Preisträger Hinrich Tramm gab es noch eine Extra-Überraschung: Die Musiker vom Blechbläserquartett des Jugendsinfonieorchesters, die für den musikalischen Rahmen des Abends sorgten, legten die Noten für Chris Hazells Suite "Pops for Four" und das Musical "Phantom der Oper" beiseite und stimmten spontan das "Halleluja" aus dem Messias von Georg Friedrich Händel an. "Weil wir uns so freuen, dass unser großer Mentor gewonnen hat", sagte Posaunist Carsten Siemers (25).
Bei pochierter Lachsforelle, gebratener Entenbrust, Tomatenconsommé, Backfisch, dazu Merlot und Pinot Grigio hatten sich die Gäste viel zu erzählen. Joachim Wergin (71) vom Stormarner Schriftstellerkreis und Großhansdorfer Heimatverein vertiefte sich sofort ins Gespräch mit dem Jersbeker Helmuth Peets (65) vom Stormarner Heimatbund. Beide Männer sind gleichermaßen der Heimatpflege verbunden. Oberfeuerwehrmann Hans-Joachim Theile (39) erzählte dem 72 Jahre alten Judotrainer Ingo Mahnke (beide aus Ahrensburg) von seinem Fluthilfeeinsatz im September in Dresden.
Und Antje Harde (56) aus Barsbüttel berichtete Gabriele Hannemann (43) aus Reinbek, die sich um Überlebende KZ-Opfer kümmert, wie schwer es ist, Hilfsgüter in Barsbüttels estnische Partnerstadt Keila zu transportieren. "Vor allem der Zoll macht immer wieder Schwierigkeiten. Das ist schade", sagte sie.
Günther Kühl (59), Vorsitzender des Stapelfelder Kulturkreises, fasste den Abend so zusammen: "Toll, dass sich mal jemand für unsere Interessen engagiert."
erschienen am 11. Dez 2002 in Ahrensburg
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DIE INTEGRATIVE TANZGRUPPE HERDE
Von Ulrike Schwalm
Es gibt zwei Möglichkeiten, bei der Integrativen Tanzgruppe Herde mitzuwirken: Wer nur wenig Zeit hat, lässt sich auf eine Liste setzen, springt bei Vorführungen und Feiern als Partner ein. Wer freitags von 17 bis 18.30 Uhr Zeit hat, schaut einfach im Haus der Lebenshilfe (ehemals Tanzschule Herde, Rantzaustraße 74 in Wandsbek) vorbei. Der nächste Termin ist nach der Sommerpause am 20. September. Melden kann man sich telefonisch unter der Nummer 04102/559 14 bei Karla Lewerendt. Mehr Infos im Internet unter www.tanzgruppe-herde.de (sch)
erschienen am 18. Juli 2002 Hamburger Abendblatt
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Lebensfreude mit Cha-Cha-Cha
EHRENAMT Die Ahrensburgerin Karla Lewerendt gestaltet Tanzabende für behinderte Menschen.
Von Ulrike Schwalm
Ahrensburg Karla Lewerendt (66) aus Ahrensburg betritt mit zwei Begleitern die ehemalige Tanzschule Herde in Hamburg-Wandsbek. "Sie ist die Mutter des Ganzen", sagt Aglaia Kaphengst (35), die Tanzpädagogin mit dem feuerroten Haarschopf, die schon am Mischpult im Spiegelsaal steht. Die Sonderschullehrerin aus Hamburg leitet zum Nulltarif die "Integrative Tanzgruppe Herde". "Ohne ehrenamtliche Tänzer und Lehrer geht hier nichts", gibt Karla Lewerendt das Kompliment zurück. Ihre beiden Begleiter lächeln die Schlossstädterin an: Der freundliche Hühne mit den sorgfältig gekämmten dunklen Haaren ist Oliver Schwind (29) aus Ahrensburg, der in den Stormarner Werkstätten tagsüber Maschinenteile einpackt. Die zierliche Blondine mit dem roten Volantrock und dem farblich passenden Modeschmuck ist ihre Tochter Uta. "Ich bin schon 40", meint die begeisterte Tänzerin, die unter einem Down Syndrom leidet, "und ich bin schon seit über 20 Jahren in der Tanzgruppe und noch länger Mitarbeiterin in den Ahrensburger Werkstätten, in der Verpackungsgruppe." Wenig später lässt sie sich von Stefan Gagelmann-Klingner (36, Diplominformatiker), einem der ehrenamtlichen Tanzpartner, beim Cha-Cha-Cha herumwirbeln. "An Utas Arbeitsplatz hat alles angefangen", erzählt Karla Lewerendt. Das war 1979. Walter Herde, der 1959 die Tanzschule an der Rantzaustraße in Hamburg-Wandsbek gegründet hatte, ließ in der Ahrensburger Werkstatt Prospekte verpacken. Eines Tages kam er in die Werkstatt und fragte: "Wollt ihr tanzen lernen?" Bis dahin hatten es die meisten für undenkbar gehalten, dass geistig behinderte Menschen die Grundschritte für Rumba, Cha-Cha-Cha, Foxtrott, Blues, Walzer und andere Täze erlernen können und in der Lage sind, sich ebenso formvollendet auf dem Ballparkett zu bewegen wie andere junge Leute. Karla Lewerendt, die früher als kaufmännische Angestellte in einer Hamburger Firma das Organisieren gelernt hatte, nahm die Sache in die Hand. Seit 1979 führte sie nun jeden Freitag 15 oder 16 Mitarbeiter von den Ahrensburger Werkstätten in die Tanzschule. Walter Herde warb Helfer unter den Schülern seiner anderen Kurse. Die Sache sprach sich herum, Hamburger Behinderte kamen hinzu. Die Gruppe ist auf 32 Mitglieder im Alter von 18 bis 52 Jahre sowie neun ehrenamtliche Tanzpartner angewachsen. "Viele Eltern begleiten ihre Kinder zu den Stunden, so auch Ursula Oelfke (80) aus Rahlstedt, die mit ihrer Tochter Sabine (47) gekommen ist. "Das Tanzen ist so wichtig für unsere Kinder", sagt die Seniorin. Das Lernen der Schrittfolgen dauert länger, aber alle Teilnehmer sind so konzentriert, dass sich nach wenigen Monaten Erfolge zeigen. "Meine Tochter ist durch das Tanzen viel selbstbewusster geworden", hat Karla Lewerendt beobachtet. Uta beherrscht inzwischen alle Standard- und Latein-Grundschritte. "Ich kann sie zu jedem Fest mitnehmen. Auch bei Einladungen zu meinen Bridge-, Kegel- oder Skatrunden ist sie ein gern gesehener Gast", sagt die Mutter stolz. Die Schlossstädterin hält die Gruppe zusammen, organisiert Fahrgemeinschaften und den jährlichen Sommerausflug, der diesmal in den Erlebnispark Trappenkamp führte. Und sie kümmert sich um Sponsoren: "Seit drei Jahren fährt uns die Ahrensburger Busbetriebsgesellschaft kostenlos zum Sommerausflug." Für einen Ostseetörn von Travemünde aus, mit 70 Personen auf der MS Marittima im Juli 2001 hatte Helene Sudrow, Inhaberin der Ahrensburger Boutique Anna-Lena, 2400 Mark gespendet. "Die Gruppe ist sehr, sehr herzlich. Hier kann ich auftanken", sagt Karla Lewerendt. Sie bemüht sich um jeden Teilnehmer. Wenn jemand nicht kommt, ruft sie an. Manchmal hört sie dann die Antwort: "Ich habe jetzt eine Freundin! Ich habe einen Freund!" Dann lädt sie den Partner mit ein. Ein Problem hat sie aber noch nicht lösen können: "Uns fehlen immer wieder ehrenamtliche Tanzpartner."
erschienen am 18. Juli 200
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