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(unsere Gruppe in den ersten Jahren)
Integration beim Tanzen
Als 1979 Herr Walter Herde in der Behinderten-Werkstatt in Ahrensburg für seine Tanzschule Kataloge verpacken ließ, kam ihm die Idee, den behinderten jungen Leuten einen kostenlosen Tanzkurs anzubieten. Der lief so erfolgreich, dass daraus eine lange Tradition wurde, die bis heute noch Bestand hat.
Die behinderten Teilnehmer/-innen sind zwischen 18 und 50 Jahre alt. Einige sind mittlerweile so gut, dass sie miteinander tanzen können. Für alle anderen gibt es einen nichtbehinderten Tanzpartner. Tanzhelfer aus Kursen, aber auch einige, die schon seit Jahren mitmachen, unterstützen dieses Projekt selbstlos. Aller Meinung ist: "Auch wenn es bei unseren Partnerinnen und Partnern zehnmal so lange dauert, bis sie die Bewegungen richtig koordinieren können und die Füße richtig setzen können - das Erfolgserlebnis ist riesengroß".
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Herr Herde wurde in Würde seiner Verdienste um das allgemeine Wohl im Jahre 1989 von Bundespräsident Dr. Richard von Weizsäcker mit der Verdienstmedaille des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland ausgezeichnet. Er leistete damit nicht nur persönlich einen wesentlichen Beitrag zur Integration behinderter Menschen, sondern hat in vorbildlicher Weise diesen Gedanken auch nichtbehinderten Menschen nahegebracht. Im gemeinsamen Tanzunterricht der Behinderten und Nichtbehinderten verwirklichte Herr Herde den gesellschaftlichen Anspruch eines positiven sozialen Verhaltens. Nur durch seinen Einsatz konnten verborgene Fähigkeiten der behinderten Menschen geweckt werden.
Viele Fachleute trauten ihnen nicht zu, dass sie das Tanzen erlernen könnten. Wer sich vom Gegenteil überzeugen möchte, der sollte einmal beim Tanzunterricht vorbeischauen: Eineinhalb Stunden werden jeden Freitag Cha-Cha-Cha, Rumba, Foxtrott, Blues, Walzer etc. mit großer Ausdauer und Konzentration geübt und dennoch immer mit einer Portion Freude und Spaß dabei. Diese Nachmittage sind eine willkommene Abwechslung im Leben unserer behinderten "Kinder" und darüber sind wir Eltern sehr glücklich. Dankbar sind wir auch den Helfern, die mit unseren "Kindern" tanzen. Sie kommen aus Wandsbek und Umgebung. Anerkennend und lobenswert ist ihr wöchentlicher, ehrenamtlicher Einsatz in dieser Tanzgruppe und so mancher ist schon über viele Jahre dabei. Zur Belohnung aller Mühen winkte dann einmal im Jahr ein gemeinsamer Abtanzball im Festsaal des "CCH" oder "Hotel Atlantic". Diese Abtanzbälle waren jedesmal der Höhepunkt, da die behinderten Tanzschüler/-innen dann im Arm ihrer nichtbehinderten Tanzpartner voller Stolz ihr Können präsentieren konnten. Die behinderten Tanzschüler/-innen bauten Jahr für Jahr größere Selbstsicherheit auf und haben durch das Tanzen wahre Lebensfreude auf dem Parkett gewonnen.
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Einen herzlichen Dank auch an unsere Frau Karla Lewerendt. Sie führt das Mitein- ander außerhalb des Tanzunterrichts von Anfang an und ist selbst Mutter einer behinderten Tochter. Mit ihrer liebevollen Art hält sie diese integrierte Tanzgruppe zusammen und ist für alle da. Organisiert Fahrgemeinschaften (damit nie eine Übungsstunde ausfallen muß) und vieles mehr. Schöne, gemeinsame Erlebnisse haben die Gruppe wie zu einer Großfamilie zusammenrücken lassen.
Im Herbst 1999 verkaufte das Ehepaar Herde die Tanzschule an die Hamburger Lebenshilfe. Dank eines Nutzungsvertrages zwischen dem Ehepaar Herde und der Lebenshilfe, und Dank der Unterstützung von Herrn Thomas Beyer vom Hochschulsport der Uni-Hamburg konnten wir den Tanzunterricht nach der Umbauphase im großen Spiegelsaal wieder aufnehmen. Die große Beteiligung (zurzeit ca. 30 behinderte Tanzschüler/-innen und ca. 15 Tanzhelfer) und die Freude an Musik und Tanz unter Kronleuchtern ist ungebrochen. So kann unser Ziel, verbesserte Lebensbedingungen für behinderte Menschen zu schaffen und ihre Integration in allen Bereichen des gesellschaftlichen Lebens zu erzielen, fortgesetzt werden.
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